Mit diesem und anderen Mythen räumte der externe Ausbilder Torsten Bodensiek von taktischeventilation.com im Rahmen des zweitägigen Seminars „Taktische Ventilation“ auf. Bodensiek ist neben seiner Tätigkeit bei der Werkfeuerwehr von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover Mitglied im DIN-Normenausschuss Belüftungsgeräte und Buchautor .

Durch die Ventilation wird ein hoher Luftstrom mit „sauberer“ Luft in ein Gebäude gedrückt, um dieses schnellstmöglich rauchfrei zu bekommen. Wichtig hierfür ist es im Vorfeld eine Abluftöffnung für die „dreckige“ (verrauchte) Luft zu schaffen.
Anlass für das Seminar ist es wie immer die eigenen Ansprüche stetig zu prüfen und hochzuhalten, denn nur durch die bestmöglichste Vorbereitung kann im Ernstfall das Optimalste abgerufen werden.

Die Walldorfer Feuerwehrkräfte erhielten am Freitagabend zunächst einen theoretischen Einblick. Dem Ausbilder gelang es mit seiner humorvollen Art diesen Teil kurzweilig und interessant zu gestalten. Es wurden Erfahrungen anhand von Einsatzabläufen und Übungen präsentiert, die Einsatzkräfte gefragt, wie sie vorgehen würden oder kleinere anschauliche Beispiele im Lehrsaal nachgestellt. Nachdem einige Aussagen als Mythen entkräftet werden konnten und einige durch Bodensiek bestätigt werden konnten, erläuterte er seine Untersuchungen und Erfahrungen. Beispielhaft sei der Abstand eines Lüfters zur Zuluftöffnung erwähnt. Hier wurde als einfache Faustformel zwei Schritte Abstand vorgestellt. Eine komplette Abdeckung der Zuluftöffnung mit dem Luftstrom des Lüfters bringt weniger Erfolg, als den zusätzlich verfügbaren Luftstrom an den nicht abgedeckten Bereichen durch den entstehenden Sog mitzuziehen.

Getreu dem Motto des Ausbilders „ein Lüfter ist nur so gut, wie die Hand die ihn bedient“ sollte dies am nächsten Tag praktisch geübt werden. Aufgeteilt in zwei Gruppen wurde zunächst ein Raum im Obergeschoss des Feuerwehrhauses mittels einer Nebelmaschine verraucht. Mit dem eingesetzten Lüfter vor der Eingangstür und eine Abluftöffnung in dem verrauchten Raum, konnte dieser binnen Sekunden rauchfrei gemacht werden und die Sichtverhältnisse wurden deutlich besser. Ähnliche Ergebnisse konnten auch bei der Verrauchung der Wohnung erzielt werden. Abschließend galt es an einem anderen Objekt das Vorgehen eigenständig unter der Aufsicht von Torsten Bodensiek nochmals durchzuführen, denn ein Lüfter ist ein Einsatzmittel und kein Hexenwerk.

In den kommenden Wochen und Monaten gilt es nun das neue Wissen mit in das standardisierte Einsatzvorgehen einfließen zu lassen und den Lüfter noch effektiver einzusetzen. Auch wenn es brennt, wird das Feuer durch den Einsatz eines Lüfters nicht weiter angefacht, aber die Sichtverhältnisse werden deutlich besser. Somit kann das Feuer schneller gelöscht und Menschen schneller gerettet werden. Weitere Informationen zum Ausbilder und zum Seminar stehen unter www.taktischeventilation.com zur Verfügung.
KD

Letzter Einsatz

Rauchmelderpflicht in Baden-Württemberg

Seit dem 01.01.2015 gilt auch in Baden-Württemberg eine Rauchmelderpflicht.

Euro Notruf 112

Seit 2008 sind Feuerwehr und Rettungsdienst europaweit unter der 112 erreichbar.

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